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Rattanpalme. Nachhaltig anbauen
Magazin - Wohnen
Geschrieben von: Inca Vogt   

Kurze Zeit schienen die Klassiker aus Rattan vergessen. Jetzt haben Designer und Architekten Rattan neu entdeckt. Schön für uns. Denn Rattan ist ein nahezu ideales Material. Es ist leicht und zugleich stabil. Geeignet für Designs, mit dem besonderem Flair von Freiheit und Individualität. Geeignet für Wohnräume, die ein wenig an Südsee, an Palmen und Strände erinnern.  

Bedenklich daran ist nur eins: die konventionelle Natur-Rattanproduktion kann die Tropenwälder in den Anbauregionen Südostasiens schädigen. Um das zu verhindern, arbeitet WWF Österreich mit seinen Partnerorganisationen in Schweden, Deutschland, der Schweiz, Laos, Vietnam sowie Kambodscha zusammen, um die erste ökologisch und sozial nachhaltige Rattan-Produktion Asiens aufzubauen. 

WWF-Programm baut nachhaltige Produktion in Südostasien auf

Auf der internationalen Design-Messe Ambiente in Frankfurt präsentierte der WWF zu seinem Programm für nachhaltig produziertes Rattan, das zurzeit in Kambodscha, Laos und in Vietnam durchgeführt wird, auch eine Kollektion für nachhaltige Wohnartikel aus Rattan. Schwedische Design-Absolventen der Universität Lund entwarfen gemeinsam mit Unternehmen aus der Mekongregion Fußmatten aus Abfall-Rattan, faltbare Körbe sowie einen "Lounge Chair". 

 

 

 

 



Entwaldung und Übernützung 

Der Aufbau einer nachhaltigen Rattanproduktion ist dringend notwendig: Laut der WWF-Analyse der weltweiten Handelsströme von Rattan ist der globale Handel aufgrund von Entwaldung und Übernutzung der Rattan-Pflanze zwischen 2006 und 2008 um mehr als ein Viertel zurückgegangen. Bei der herkömmlichen Produktion verursachen giftige Stoffe Luft-, Wasser-, und Bodenverschmutzungen und gefährden die Gesundheit der Arbeiter. Diese Faktoren bedrohen die Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung. 

Die Rattan-Produktion hat eine existenzielle Bedeutung für die Bewohner. Sie ist oft die einzige Einkommensquelle der Dorfgemeinschaften in Kambodscha, Laos und Vietnam. Die Einnahmen können bis zu 50 Prozent des Dorfeinkommens ausmachen. Ziel des Programms sei einerseits die Bewirtschaftung des Waldes nach dem internationalen Gütesiegels FSC (Forest Stewardship Council), andererseits Material- und Energieströme zu optimieren sowie Abfälle, Wasserverschmutzung und Emissionen zu reduzieren. 

Am vergangenen Wochenende auf der internationalen Design-Messe Ambiente in Frankfurt präsentierte der WWF zu seinem Programm für nachhaltig produziertes Rattan, das zurzeit in Kambodscha, Laos und in Vietnam durchgeführt wird, auch eine Kollektion für nachhaltige Wohnartikel aus Rattan. Schwedische Design-Absolventen der Universität Lund entwarfen gemeinsam mit Unternehmen aus der Mekongregion Fußmatten aus Abfall-Rattan, faltbare Körbe sowie einen "Lounge Chair". 

Weiterbestand möglich 

Rattanpalmen wachsen kletternd und schlingen sich lianenartig über andere Bäume. Einige werden weit über hundert Meter lang. "Gerade in der Mekongregion existieren noch besonders artenreiche Wälder, die wir mit diesem Projekt schützen wollen", sagt Beate Striebel, Leiterin des internationalen Programms des WWF Österreich. 

Die Rattan-Ressourcen werden an vielen Orten stark übernutzt, was zu einem Rückgang von vielen Rattan-Arten führte und die Tropenwaldzerstörung vorantreibt. "Mit glaubwürdigem Waldmanagement, verantwortlichem Handel und dem Bewusstsein der Konsumenten wird es diesen faszinierenden natürlichen Rohstoff auch in Zukunft noch geben", ist Striebel überzeugt

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