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Klimawandel betrifft uns alle
Magazin - Umwelt
Geschrieben von: Inca Vogt   

Klimawandel ist längst zu einem Schlagwort geworden, bei dem man versucht ist, weg zu hören. Zu oft gehört, zu breit angewendet für alles, was ringsum an scheinbar unnatürlichen Phänomenen geschieht. Immer wieder werden Statistiken hergezeigt, die besagen, dass es sich bei einigen Phänomenen durchaus um natürliche Erscheinungen handeln kann. Eine gefährliche Entwicklung, da sie uns eine Entschuldigung fürs "Nicht-Handeln" liefert.

Der neueste Klimabericht zeigt glasklar, dass der Klimawandel weitaus extremere Auswirkungen hat auf Gesellschaften und Ökosysteme, als sie in den schlimmsten Horrorszenarien aufgezeigt wurden. Es ist sofortiges Handeln anstelle von Schönfärberei und "einlullenden" Scheinstatistiken nötig. 

Klimabericht: "Keine Entschuldigung für Nicht-Handeln"


Der Klimawandel lässt nicht auf sich warten (Foto: pixelio.de/Rike)

Die Erde hat die Muster natürlicher Variabilität bei wichtigen Klimaindikatoren verlassen, innerhalb derer sich die moderne Gesellschaft und Wirtschaft entwickelt haben. Das zeigen führende Klimawissenschaftler in einem aktuell präsentierten Bericht http://www.climatecongress.ku.dk, der bisherige neue Erkenntnisse über den Klimawandel zusammenfasst. Zu diesen Indikatoren zählen die Forscher die globale Durchschnittstemperatur, der Anstieg des Meeresspiegels wie auch Extremwetter-Ereignisse. Werden die Emissionen an Treibhausgasen nicht reduziert, könnte das Klimatrends verstärken und auch damit verbundene, nicht wiederkehrbare Veränderungen der Umwelt. Der Bericht, der auch fünf weitere Kernaussagen beinhaltet, bildet den wissenschaftliche Teil der Vorbereitung auf die nächste Weltklimakonferenz http://en.cop15.dk , die in einem halben Jahr in Kopenhagen stattfindet.

Arme Länder besonders betroffen

Nicht nur der viel diskutierte "gefährliche Klimawandel" gibt zu bedenken, so die Forscher weiter. Auch geringe klimatische Veränderungen können Gesellschaften und Ökosysteme sehr verletzen, wobei besonders arme Länder und Gemeinden, Dienstleistungen des Ökosystems und Biodiversität betroffen sind. Eine um zwei Grad Celsius höhere Temperatur wird modernen Gesellschaften große Probleme bereiten. Für dieses Jahrhundert und darüber hinaus stellen die Forscher tiefgreifende soziale und ökologische Umbrüche in Aussicht, die darauf zurückgehen.

Die dritte Kernaussage betont, dass es langfristige und globale wie auch regionale Strategien mit Zeitplänen braucht, um gefährliche Klimafolgen zu verhindern. Werden die bisherigen Ziele für das Jahr 2020 abgeschwächt, steigt damit nicht nur das Risiko für schwere Schäden im Klimasystem, sondern auch der finanzielle Aufwand, um Zielvorgaben für 2050 noch zu erreichen. Strategien seien dann effektiv, wenn sich ein glaubwürdiger Preis für Kohlenstoff durchsetzt und energieeffiziente sowie kohlenstoffarme Technologien politisch gefördert werden.

Viertens verändere der Klimawandel den Begriff der globalen Gerechtigkeit. Denn die Folgen auf Menschen sind nicht nur zwischen Ländern verschieden, sondern auch innerhalb gleicher Regionen. Auch werden die Generationen unterschiedlich betroffen sein. Wer sich am wenigsten an den Klimawandel anpassen kann, brauche effektive Hilfe, auch in finanzieller Hinsicht. Man könne daher den Klimaschutz durchaus dem weiter gefassten Ziel zuordnen, überall in der Welt sozioökonomische Entwicklung zu ermöglichen und Gerechtigkeit zu fördern.

"Es gibt keine Entschuldigung dafür, dass nicht gehandelt wird", lautet die Kernaussage Nummer fünf. Die Welt könne den Klima-Herausforderung bereits begegnen, was Instrumente der Wirtschaft, Technologie oder Verhaltensansätze betrifft. Werden diese Instrumente nicht eingesetzt, ist keine Klimawandel-Anpassung und auch keine Veränderung weg vom Kohlenstoff möglich. Sich effektiv und schnell anzupassen und Entwicklungen vorzubeugen, würde hingegen Vorteile bringen: Neue Arbeitsplätze im Sektor erneuerbarer Energien, weniger Folgeschäden für Gesundheit, Sozialsystem und Ökologie und die Wiederherstellung von Ökosystemen und ihren Dienstleistungen.

Mehr Innovations- und Führungskraft gefragt

Abschließend stellen die Forscher fest, dass es noch zahlreiche Widerstände gibt, die überwunden werden müssen. Zahlreiche Aktivitäten wie bestimmte Subventionen schaden dem Klima und erhöhen den Treibhausgas-Ausstoß. Regierungen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft müssten ihren schwachen, ineffektiven Stil ablegen und mehr Innovations- und Führungskraft entwickeln. Eine Anknüpfung an die immer deutlicher werdenden Forderungen der Bürger an ihre Regierungen scheint dafür ebenso sinnvoll wie Maßnahmen, die Nachhaltigkeit in Konsum und Produktion unterstützen.

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