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In Zukunft seien Einwegflaschen sowohl ökonomischer als auch ökologischer besagt eine neue Studie die alles, was wir gelernt haben über die Kreislaufverwertungen unserer Flaschen, auf den Kopf stellt. Speziell bei unserem liebsten Gebräu, dem Bier, würden sich die Kreislaufenden Rücknahmesysteme nicht mehr lohnen, heißt es. Hauptgrund seien die nicht mehr erreichten Wiederverwertungen.
Offenbar schwinden die Umweltvorteile von Mehrweg zunehmend. Grund dafür sind jüngste Marktentwicklungen, aber auch die Änderung der EU-Verpackungs-Größenverordnung vom April 2009. Eine weitere gesetzliche Unterstützung des Mehrwegsystems ist daher kaum zu erwarten.
Zu diesen Erkenntnissen kommt die jüngste Studie des Burgauer Beratungsunternehmens CIS OHG mit dem Titel "Die Zukunft des Gebindemarktes", die heute veröffentlicht wurde. Auf der Grundlage einer umfassenden Analyse neuer Marktdaten sowie der Erhebung und Auswertung weiterer empirischer Daten untersucht die Studie Trends bei der Vermarktung von Bier in den verschiedenen Vertriebsschienen. Berücksichtigt wurden dabei wirtschaftliche, logistische, ökologische und politische Faktoren. "Unser Ziel war es, mit Hilfe dieser Analyse Trends aufzuzeigen und konkrete Handlungsempfehlungen für die Branche zu erarbeiten", erklären die Autoren der Studie, Robert und Pierre Sauer von der CIS OHG. " Diese Empfehlungen sollen den Unternehmen dabei helfen, ihre Verpackungsstrategie an den künftigen Marktanforderungen auszurichten." Mehrweg erreicht kaum noch die gebotenen Umlaufzahlen
Mehrweg-Getränkeverpackungen sind prinzipiell sehr umweltfreundlich - vorausgesetzt, sie erreichen eine bestimmte Umlaufzahl, also eine bestimmte Häufigkeit der Wiederverwendung, und werden nicht über weite Strecken transportiert. Genau diese Voraussetzungen werden aber immer häufiger nicht mehr erfüllt, denn aufgrund der zunehmenden Vielfalt an individuellen Flaschen und Kästen können Umlaufquoten nicht mehr erreicht und Mehrwegsysteme nicht mehr rentabel betrieben werden. Doch gerade in einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld sehen sich immer mehr Brauer vor der Notwendigkeit, ihre Verpackungen weiter zu individualisieren, um ihre Marken vom Wettbewerb zu differenzieren. Die Aufhebung der Beschränkungen bei den Verpackungsgrößen durch die EU seit April dieses Jahres wird den Trend weiter verstärken.
Einweg ist ökologisch besser als ein nicht funktionierendes Mehrwegsystem
"Im nationalen Vergleich schneidet ein Einwegsystem ökologisch besser ab als ein nicht funktionierendes Mehrwegsystem", so das Fazit der Autoren. "Ein wichtiger Faktor ist dabei, dass in den vergangenen Jahren die Mehrwegquote kontinuierlich gesunken, aber die Recyclingraten bei Einweggetränkeverpackungen durch die Bepfandung gestiegen sind."
Getränkedose: umweltfreundlichste Einwegverpackung mit größtem Absatzwachstum
Unter den Einwegverpackungen - Glas, PET, Metall - schneiden Getränkedosen aus Aluminium und Stahl ökologisch am besten ab. Bei einer Betrachtung der Gesamtumweltbelastung der unterschiedlichen Verpackungen in ihrem Lebenszyklus - von der Herstellung über den Transport bis hin zu Recycling und Bierproduktion - erreichen Getränkedosen die besten Werte, ganz gleich ob es um den CO2-Ausstoß, den Wasserverbrauch, die Luftversauerung oder die Erderwärmung geht. Um einerseits Verluste im Mehrweg auszugleichen und andererseits ein ertragreiches Zusatzgeschäft zu generieren, haben sich in den vergangenen Jahren immer mehr Händler und Abfüller für die Dose entschieden. Die Getränkedose verzeichnet daher seit 2006 das größte Wachstum im Bierkernmarkt.
Fazit für uns Verbraucher? Es ist ebenso einfach wie kompliziert. Zum einen gelten offenbar die ersten Ansätze für ein ökologisch vertretbares Kosumverhalten bei Getränkebehältern inzwischen nur noch bedingt. Das bedeutet umdenken, mitdenken und nachlesen, wohin die Entwicklung geht. Der Blick auf die Flaschenetikettierungen muss wohl noch genauer sein. War bislang das Recyclingzeichen so eine Art Umweltgütezeichen, gilt das jetzt nur noch, wenn z. B. unsere Lieblingsgetränke nicht allzu exotische Anfahrtswege hinter sich haben. Doch dann wird es kompliziert und kaum nachvollziehbar. Wie sollen wir Verbraucher erkennen, ob es sich um Standardgrößen, um gut wiederverwertbare Designs und Materialien handelt. Also doch die Einwegflasche? Oder nur noch Getränkedosen aus Alumnium und Stahl?
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