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Krise gut für die Antarktis
Magazin - Umwelt
Geschrieben von: Inca Vogt   

Ein Gutes hat die derzeitige Wirtschaftskrise. Die allgegenwärtigen Touris, die auch die letzten Paradiese der Erde erkunden wollen, bleiben aus. Die grandiosen Naturschauspiele in der Antarktis zogen immer mehr Reisende magisch an. So sehr man das auch verstehen kann, für die Natur war das bereits eine Katastrophe.

Ökologen warnen schon lange vor den Folgen der neuen Tourismuserschließung. Doch jetzt geht auch diesen Eroberern das Geld aus. Gut für die Antarktis.

Die grandiose Kulisse in der Antarktis zieht Reisende an (Foto: IAATO.org)
Reisen zum Südpol sind zwar heiß begehrt, aber verhältnismäßig teuer. Die weltweite Wirtschaftskrise ließ die Zahl der Antarktis-Besucher im Südsommer 2008/2009 schrumpfen. Waren es 2007/2008 noch insgesamt 46.000 Reisende, werden die aktuellen Besucherzahlen auf nur 36.000 geschätzt.

Die Saison werde schwach laufen, schreibt auch die International Association of Antarctica Tour Operators IAATO http://www.iaato.org. Man gehe davon aus, dass 2010 wieder ein leichter Anstieg erfolgen werde. Bis 2011 oder 2012 werde es keine Rekordauslastung geben.

Umweltschützer haben schon seit Jahren vor einer größeren Katastrophe in der ökologisch sensiblen Südpol-Region gewarnt. Glimpflich verlief der Untergang des Kreuzfahrtschiffes Explorer vor zwei Jahren. Ohne Umweltschäden verlief auch der Zwischenfall der Ocean Nova, die vorige Woche nahe der argentinischen Station San Martin auf Grund gelaufen war. Je mehr Schiffe in den Gewässern um die Antarktis unterwegs sind, desto eher steigt das Risiko, dass es zu einer folgenschweren Kollision oder einem Untergang komme, warnt indes Jon Bowermaster vom National Geographic Society Expedition Council. "Typisch für diese Region sind schnell wechselnde Wetterbedingungen und andere unvorhersehbare Ereignisse. Dazu kommen noch große Distanzen zwischen den Landmassen, die eine Evakuierung schwierig gestalten."

"Die Folgen eines schweren Unfalles in den eisigen Gewässern wären katastrophal", erklärt Jim Barnes, Direktor der Antarctic and Southern Ocean Coalition http://www.asoc.org .

"Die Antarktis ist eine extrem sensible Region, in der Unfälle mit Öl jahrzehntelang Spuren hinterlassen", meint auch die Greenpeace-Meeresbiologin http://www.greenpeace.at Antje Helms. "Der Abbau von Öl dauert in den kalten Regionen wesentlich länger als etwa in den Tropen." Die ersten Opfer wären Seevögel und auch Pinguine. "Für viele der in der Region lebenden Arten könnte das verheerende Auswirkungen haben." Einige der Umweltexperten fordern, dass Landbesucher auch nicht zu nahe an brütende Pinguinkolonien herankommen. "Für die Tiere bedeuten Menschen natürlich Stress", meint auch Helms. Prinzipiell sollte man an Brutkolonien überhaupt keine Touristen heranlassen, fordern die Ökologen.

Für IAATO-CEO Steve Wellmeier ist die Beschränkung des Tourismus nicht nachvollziehbar. Die Antarktis sei sehr groß und bekomme verhältnismäßig wenige Touristen. "Wir sprechen von einem Kontinent, der größer ist als Australien und von einer Besucherzahl, die etwa der eines Football-Stadiums entspricht. Das ist sicher kein Grund zur Panik", so Wellmeier.

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