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Die letzten Tage der Glühbirne
Magazin - Technik
Geschrieben von: Inca Vogt   

Einst als Fortschritt hoch gelobt, erhellte sie unser aller Leben. Die Glühbirne. Und ich bin ein wenig hin und her gerissen, ob sie eine wehmütige Abschiedsrede oder ein eher sachliches, umwelt- und energiebilanzierendes Statement verdient. Also, überlasse ich lieber den Vertretern der Wirtschaft ein paar Worte zum EU-weiten Aus für Meister Edisons Meisterwerk, das er ja Gerüchten zufolge nicht mal selbst erfunden hat.

Angesichts der Langlebigkeit von Energiesparlampen gegenüber klassischen Glühbirnen wird künftig zwar ein niedrigerer Absatz bei Leuchtmitteln erwartet. Doch die Hersteller sind trotz hoher und höherer Lebensdauer der Energiesparlampen vertzückt. Sie machen die niedrigeren Umsätze locker durch höhere Margen wett.

Hersteller machen Aus der Glühbirne durch höhere Margen wett (Foto: pixelio.de, wrw)
"Osram ist vom Aus der Glühbirne nicht sonderlich hart betroffen", meint Lars Stühlen, Sprecher des Leuchtmittelherstellers Osram http://www.osram.de./. Seit der Markteinführung von Energiesparlampen sei das Geschäft des Anbieters mit klassischen Glühlampen ohnehin auf nur fünf Prozent geschrumpft. Die restlichen 95 Prozent habe der Anbieter bereits mit alternativen Leuchtmitteln gemacht. "Die Verbraucher haben Energiesparlampen seit ihrer Einführung immer stärker angenommen", erklärt Stühlen.

"Wir begrüßen die Entscheidung der EU-Kommission sehr. Energieeffiziente Produkte helfen den Verbrauchern beim Sparen und tragen wesentlich zum Klimaschutz bei", betont Stühlen. Auch das durch die EU-Kommission vorgelegte stufenweise Ausstiegsszenario sei zu begrüßen. 

Nachdem Glühbirnen mit 80 Watt oder höher schon ab dem 1. September 2009 einem Verkaufsverbot unterliegen, wird der Vertrieb leistungsschwächerer Modelle bis 2012 in Einjahres-Schritten untersagt. "Der schrittweise Ausstieg erlaubt Herstellern, ihre Produktion reibungslos anzupassen. Bei den 3,5 Mrd. Glühbirnen, die derzeit deutschlandweit in Umlauf sind, wäre ein plötzlicher Umstieg gar nicht möglich", so Stühlen. 

Neben den bereits etablierten Energiesparlampen verfügen Hersteller und Verbraucher über eine Reihe weiterer Leuchtprodukte, die den Klimaschutzkriterien entsprechen. "Wir bieten den Konsumenten eine breite Palette, um ihnen weiterhin die freie Wahl zu ermöglichen", sagt Stühlen. So haben etwa sparsame Halogen-Lampen den Vorteil, länger und helleres Licht abzugeben als herkömmliche Glühbirnen. Darüber hinaus rechnet Osram im privaten LED-Geschäft mit zweistelligen Wachstumsraten, wenngleich weiße LED-Leuchten für Endverbraucher noch beinahe unleistbar sind. Dennoch sollen die Leuchtdioden schlussendlich nicht nur Glühbirnen, sondern auch Energiesparlampen ablösen. "LEDs werden an Bedeutung gewinnen. Technologische Fortschritte sind immer möglich", unterstreicht Stühlen.

Das Ende der klassischen Glühbirne soll einen entscheidenden Schritt zur Erfüllung von Energie- und Klimaschutzzielen darstellen. So wandelt diese nur fünf Prozent der verbrauchten Energie in Licht um, während 95 Prozent in Form von Wärme verschwendet werden. Zudem verfügt sie mit rund einem Jahr über eine deutlich niedrigere Lebensdauer als etwa Energiesparlampen, die bis zu acht Jahre lang leuchten. Dadurch dürfen die europäischen Verbraucher Angaben der Kommission zufolge über einen wesentlichen Beitrag zum Umweltschutz hinaus mit Einsparungen in Höhe von fünf bis acht Mrd. Euro rechnen. Allein in Deutschland soll der Stromverbrauch um bis zu 7,5 Mrd. Kilowattstunden sinken.

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