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Öko Konsum. Politik soll helfen
Magazin - Politik
Geschrieben von: Inca Vogt   

Immer häufiger taucht in den Medien der Begriff Öko-Konsum auf. Es geht also um den Konsum und die Nutzung aller Angebote, die nachhaltig Ressourcen und Lebensräume schonen. Aber diesen sogenannten Öko-Konsum muss man sich auch leisten können. Und da soll auch die Politik Anreize schaffen.

Öko-Konsum basiert auf Gewissen und Geld

Wer kein grünes Gewissen hat, braucht Anreize zum ökologischen Handeln (Foto: pixelio.de/Lanznaster)

Um den Absatz umweltfreundlicher Waren zu fördern, sollte die Politik sowohl auf Informationskampagnen als auch auf spätere finanzielle Anreize setzen. Zu diesem Schluss kommen Forscher vom Max-Planck-Institut für Ökonomik in Jena http://www.econ.mpg.de sowie vom Züricher Institute for Environmental Decisions http://www.ied.ethz.ch.

Auf Grundlage der Diffusionsforschung sowie Erkenntnissen der psychologischen Motivationsforschung, beschrieben sie in einem Modell, was Menschen zu ökologischem Konsumverhalten motiviert. Während Innovationen zuerst eine kleine Gruppe ökologisch Interessierter ansprechen, braucht es für die höhere Verbreitung positive oder negative politische Anreize, die jedoch zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden müssen. Dieses Modell wurde mit den Ergebnissen einer Befragung von 1.500 potenziellen Schweizer Autokäufern abgeglichen. Vermutlich ließen sich einige Argumente aber ebenso auf andere Konsumgüter wie etwa Haushaltsprodukte übertragen, so die Forscher.

Vorreiter für den Kauf umweltfreundlicher Innovationen sind Menschen mit ökologischer Grundeinstellung, die sich etwa in der grundsätzlichen Zustimmung zu Benzinpreiserhöhungen oder zu Abgaben für kraftstoffintensive Autos zeigt. "Diese Gruppe macht mit etwa vier bis acht Prozent einen kleinen Teil der befragten Autokäufer aus. Dennoch ist sie für die Politik wichtig, da sie den technischen Fortschritt vorantreibt und entscheidend zur Meinungsbildung beiträgt", so Studienleiterin Julia Sophie Wörsdorfer im pressetext-Interview. Zur Förderung dieses Verhaltens sei es wichtig, leichte Verfügbarkeit entsprechender Informationen sowie Transparenz durch Energieetiketten sicherzustellen.

Um einen größeren Teil der Bevölkerung für umweltfreundliches Kaufverhalten anzusprechen, komme die Politik jedoch nicht umhin, darüber hinaus spezielle Anreize zu bieten, so Wörsdorfer. "Dabei gibt es Menschen, die auf positive finanzielle Anreize reagieren, sowie solche, die erst dann ihr Verhalten ändern, wenn sie Nachteile etwa durch die Einführung von Abgaben zu spüren bekommen." Dieses politische Signal habe auch für ökologisch Motivierte Bedeutung. "Es gibt ihnen das wichtige Gefühl, nicht allein zu sein, und bestätigt sie in ihrem Tun", berichtet Wörsdorfer.

Dennoch sei davor zu warnen, die Anreize zu einem falschen Zeitpunkt zu geben. "Geschehen sie zu früh, können sie das Handeln der ersten Käufergruppe untergraben und umweltfreundliches Verhalten im Ergebnis sogar reduzieren." Eine zweistufige Strategie sei daher zu bevorzugen, die finanzielle Anreize erst dann einsetzt, sobald gesellschaftliche Akzeptanz hergestellt ist, so die Volkswirtin.

Da frage ich mich schon, ob das Leben und Überleben nicht der stärkste Anreiz überhaupt ist. Oder hört das gewissen da auf, wo wir über das Schnäppchenjagen hinaus denken müssen? Muss da erst eine Strafgebühr kommen, um ein Umdenken zu bewirken?  

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