| Gorillas schützen durch Kaufverhalten |
| Magazin - Natur | |||
| Geschrieben von: Inca Vogt | |||
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Die liebenswerten Urwaldriesen drohen auszusterben. In diesen Tagen wurde zu ihrem Überlebensschutz die sogenannte "Frankfurter Erklärung" verabschiedet, mit eindeutiger Botschaft: Wenn nicht sofort alles unternommen wird, ist es zu spät. Wir werden die letzten Gorillas vielleicht noch in dem einen oder anderen Zoo und im Hollywoodspektakel "KingKong" sehen. Dennoch befürchte ich, dass es auch bei diesem brissanten Thema wieder genug Stimmen gibt, die fragen: "was geht uns das an? Hier gibt es keine Gorillas." Mag sein. Aber hier leben wir, die wir mit unserem Kaufverhalten mit bestimmen, ob zum Beispiel auch weiterhin die letzten Uwälder gerodet werden für schicke Möbel, die ebensogut aus Hölzern aus nachhaltiger Waldwirtschaft sein könnten. Wir können entscheiden. Die Gorillas haben keine Wahl. Sie haben keine Überlebenschance, wenn wir nicht endlich alle Konsequenzen unseres Handelns hinterfragen. Frankfurter Erklärung zum Schutz der Gorillas verabschiedet Mit einem eindringlichen Appell, mehr zum Schutz der Gorillas zu unternehmen, ist die internationale Gorillakonferenz in Frankfurtzu Ende gegangen. Zahlreiche Experten, Regierungsvertreter und Nichtregierungsorganisationen hatten zwei Tage lang in Frankfurt darüber beraten, wie man verhindern kann, dass der Gorilla innerhalb weniger Jahrzehnte ausstirbt. In dem Schlussdokument, der so genannten "Frankfurter Erklärung", haben die Teilnehmer einen umfangreichen Katalog an Empfehlungen vorgelegt, wie die Menschenaffen vor dem Aussterben gerettet werden können. Darin fordern sie unter anderem eine flächendeckende Umstellung in den Regenwäldern Zentralafrikas auf eine nachhaltige Waldwirtschaft, die Entwicklung von Impfstoffen gegen Ebola und Verbesserung des Schutzes vor Wilderei. Betont wird auch die Rolle von Ökotourismus als neuer Einnahmemöglichkeit für die lokale Bevölkerung. Die bestehenden nationalen und internationalen Gesetze müssten zudem deutlich besser angewendet werden. Dafür sei die internationale Kooperation deutlich zu verbessern. "Diese Konferenz war ein voller Erfolg" so WWF Artenschutzreferent Stefan Ziegler. "Das Schlussdokument stellt eine Art Masterplan für den Schutz der Gorillas dar. Das öffentliche Intersse war zudem enorm und hat die Aufmerksamkeit auf die dramatische Situation der Gorillas gelenkt. Jetzt liegt es an der Staatengemeinschaft, viele dieser Empfehlungen rasch umzusetzen." Auch die entwickelten Staaten sind dabei gefragt. "Ohne ein vor allem stärkere materielle Unterstützung der afrikanischen Staaten kann der Gorillafortbestand kaum gesichert werden", so Ziegler. Was können wir tun, um die Gorillas zu schützen? "Auch die Konsumenten bei uns sind gefragt. Zum Beispiel, in dem sie ausschließlich Holz- und Papierprodukte aus nachhaltiger Waldwirtschaft kaufen", sagt Ziegler. Ein Rat, der wieder einmal deutlich macht, dass alles mit allem zusammenhängt. In dem Moment, wo die Nachfrage nach tropischen Hölzern ausbleibt, machen auch Großrodungen im momentanen Stil für die Drahtzieher wenig Sinn. Doch das alleine genügt nicht. Vor Ort fehlt aufgrund von mangelnder Bildung, Aufklärung und Alternativen zur Wilderei, jegliches Bewusstsein über die Folgen. Und vielleicht könnte tatsächlich eine Form von sanftem Tourismus hier Abhilfe schaffen. Und auch hier sind wir gefragt. Ob als Unternehmer mit Geschäftsmodellen, die alle Konsequenzen mit ökologischem Gewissen bedenken. Oder zum Beispiel als Öko-Touristen, die den letzten Tierparadiesen dieser Erde eine Chance geben.
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