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Wie stellen wir uns den typischen Öko-Konsumenten vor? Reich und gebildet? Mit genug Einkommen, um sich Biogemüse, Hybridauto und die energiesparenden Sonnenpanelen auf dem eigenen Dach leisten zu können? Anzutreffen beim vorbildlichen Einkaufen im Bioladen? Sportlich gestählte Vegetarier, die ihre teure Kosmetik da kaufen, wo ein Blauer Umweltengel Unbedenklichkeit signalisiert? Falch gedacht und Zeit für eine Runde schämen angesichts dieses Klischeedenkens. Eine aktuelle britische Studie zeigt, dass Öko-Konsum keine Frage des Einkommens ist. Alleine die Einstellung zählt. Und ein klein wenig Aufklärung und Motivation. Lesen Sie weiter und ändern Sie mit mir dieses elitäre Bild vom neuen Öko-Konsumenten...
 | | Ein richtig gesetzter, kleiner Anreiz kann das Umweltverhalten ändern (Bild: 21stcenturyliving) |
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Verbesserungen in der Umweltbilanz von Wohnhäusern sind längst nicht mehr bloß Thema für ökologisch interessierte Minderheiten. Das zeigt ein aktuelles britisches Experiment mit 100 repräsentativ ausgewählten Haushalten, das ein ganzes Jahr lang dauerte. m Rahmen des "21st Century Living Project" http://21stcenturyliving.edenproject.com erhielten Familien 500 Pfund (560 Euro) mit dem Auftrag in die Hand gedrückt, damit den eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern. Sie wurden zwar auch mit entsprechenden Infobroschüren versorgt, die Entscheidung ihres Vorgehens lag aber ganz bei ihnen. Zuschuss bringt Bewegung
80 der 100 Haushalte unternahmen etwas, um ihren Energieverbrauch um durchschnittlich zehn Prozent zu senken. 60 rüsteten den Bestand an Energiesparlampen auf, ebenso viele verbesserten ihre Dachbodenisolation oder erstellten sie neu. Jede fünfte Familie ersetzte Haushaltsgeräte mit stromsparenden Modellen oder integrierte eine Regentonne in die Wasserversorgung des Hauses. Seltener wurden Isolierglas-Fenster und Kompostkästen angebracht oder Hohlwände isoliert. Die Recycling-Aktivitäten stiegen zugleich von 58 auf 63 Prozent.
Der Anreiz von 500 Pfund bewirkte zudem, dass 61 Haushalte zusätzliche Ausgaben für denselben Zweck aus dem eigenen Budget tätigten, wobei hier der Eigenmitteleinsatz meist ebenso hoch war. Ebenfalls 61 Familien ließen ein Wärmebild ihres Hauses erstellen. Diesen Familien gelang es am ehesten, eine messbare Verringerung in der Energieeffizienz der Häuser zu erreichen. Naturgemäß war auch das Interesse für thermische Sanierung in dieser Gruppe am höchsten.
Umwelthandeln ist simpel
Für Überraschungen sorgten die Grundhaltung der Teilnehmer, die zu Beginn, während und am Ende des Jahres abgefragt wurden. Umweltwerte waren in dieser Zeit ziemlich gleich geblieben. Geändert hatte sich allerdings die Vorstellung, welcher Aufwand ökologisches Handeln bedeute. "Dachten die meisten zu Projektsbeginn, sie würden mit dem Geld wahrscheinlich umweltfreundliche Produkte kaufen, ihr Verhalten jedoch nicht ändern, so zeigten sie am Ende ganz deutliche Verhaltensänderungen. Diese waren viel leichter, als sie anfangs geglaubt hatten", schreiben die Studienautoren.
Interessant ist auch, dass nicht diejenigen Menschen, die sich als umweltfreundlich bezeichneten, am meisten aktiv wurden. "Bisher glaubte man immer, dass der ökologische Lebensstil ein Nischenthema für die Mittelklasse ist. Doch über 80 Prozent der Haushalte unternahmen etwas, um Energie zu sparen. Am aktivsten wurden diejenigen mit niedrigem Einkommen. Das zeigt, wie massentauglich die Angelegenheit ist", betont Rosi Watson, Sprecherin des an der Studie beteiligten Unternehmens Home Retail Group, gegenüber BusinessGreen.com.
Falsche Gruppen angesprochen
Gezeigt wurde auch, dass Haushalte nach individueller Beratung durch Experten die meisten deutlichen Verbesserungen erreichten. Insgesamt, so schlagen die Berichtsautoren vor, solle sich die Umweltpolitik in ihren Botschaften nicht auf ökologisch orientierte Menschen versteifen wie bisher. Energiesparen sei längst ein Massenthema, vorausgesetzt es gebe ausreichend Information, finanzielle Anreize und eine Zeitvorgabe.
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