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Weltrettung. Frauensache?
Magazin - Gesellschaft
Geschrieben von: Inca Vogt   

Eine aktuelle These sagt, dass nur Frauen die Welt retten können. Aufgelesen in P.M. HISTORY. Ausgesprochen von Österreichs Taucherlegende Hans P. Hass. Der inzwischen 90jährige spricht aus Lebenserfahrung. Wann immer er an Grenzsituationen entscheiden musste, gaben ihm Frauen den richtigen Impuls. Sie seien sehr viel vernünftiger als Männer, und sie würden vielleicht auch einsehen, dass die Geburt von mehr als zwei Kindern uns zum Untergang führt. 

Zum 90. Geburtstag spricht Österreichs Taucherlegende Hans Hass in P.M. HISTORY über seine Abenteuer unter Wasser und ruft zum Kampf gegen die Überbevölkerung auf.

Seine provokative These: "Nur Frauen können unsere Erde retten." Dabei taucht der Unterwasserpionier, Biologe und Evolutionsforscher Hans Hass auch tief in aktuelle Probleme der Menschheit ein und prangert die weltweite Überbevölkerung an: "Der Mensch geht einer Selbstzerstörung entgegen, drängt Tiere und Pflanzen zurück - verdrängt schließlich sich selbst." Um das Problem der Überbevölkerung in den Griff zu bekommen, fordert er zum drastischen Umdenken und gesetzlichen Geburtenkontrolle auf. "Jede Frau hat das Recht auf zwei Kinder und nicht mehr".

Eine Frau war es auch, die den Österreicher Hass einst zum Tauchen brachte. Um Liebeskummer zu vergessen, zog er sich in die Klippen der Côte d'Azur zurück und beobachtete dort den US-Autor und Unterwasserjäger Guy Gilpatric. Ab diesem Zeitpunkt kennt seine Begeisterung fürs Tauchen keine Grenzen. Der Österreicher legt den Grundstein für die moderne Unterwasserfotografie, schreibt Bücher, dreht Filme, hält Vorträge und wird berühmt. Zur gleichen Zeit ist Jacques Cousteau ein weltbekannter Taucher. "Besonders sympathisch war er mir nicht, aber wir mussten ja auch keine Busenfreunde sein", so beschreibt Hans Hass eine Begegnung mit seinem Konkurrenten Cousteau.

Mit Hilfe der von ihm entwickelten Tauchgeräte gelang es Hass als erstem Menschen, Haie unter Wasser zu studieren und Vorurteile auszuräumen: "Jeder sagte uns: Sie können da nicht ins Wasser gehen, sie werden aufgefressen." Als Wissenschaftler und Abenteurer hat er immer wieder Grenzen überschritten und riskierte bei seinen Selbstversuchen auch Tiefenrausch und Sauerstoffvergiftungen. Sein Motto: "Ich hab keine Angst, ich bin frech - und ehrlich!" Heute kämpft Hans Hass für den Schutz der Meere. Mit seiner Ehefrau Lotte lebt er zurückgezogen in Wien.

Kindersegen der Ärmsten. Ein Elend, das wir mit bestimmen

Die These von Hans Hass zur Rettung der Welt ist bedenkenswert. Wobei ich persönlich dafür plädiere, dahin zu blicken, wo Armut und Kinderreichtum fatalerweise zusammen treffen. In sozial schwachen Familien. In den ärmsten Ländern der Welt.

Hierzulande, in "besseren" Kreisen und Berufsschichten, sind Kinder längst ein Luxus, den man sich kaum noch leisten mag. Kinder sind ein Planungsprojekt, das im Lebensplan eingebaut wird - oder auch nicht. So einen Plan haben arme Bevölkerungsschichten weder für sich und noch viel weniger für den zahlreichen Nachwuchs. Die Kinder kommen, die Eltern bekommen Kindergeld, wenn sie das Glück haben in einem Land wie Deutschland zu leben. Und damit kommen sie irgendwie über die Runden. In armen Ländern führt der Kinderreichtum zu unglaublichem Leid. Kinder sterben viel zu früh oder wachsen in erbärmlichen Verhältnissen au. Ohne Chance auf ein selbst bestimmtes, würdiges Leben.

Ein Thema, das auch in bezug auf Kinderarbeit, die billige Produkte in unser Land schwemmt, in 4planet ein wichtiges Thema ist.  

Wer hier fuchsig ist, wird natürlich argumentieren, dass diese Kinder ohne die Arbeit noch ärmer dran wären. Ein übler Kreisgedanke, der Ausbeutung billigend in Kauf nimmt. Die menschliche Perspektive schaut bis in die Wurzeln des Übels. Dahin, wo alles seinen Anfang hat. In Kriegen, in Ausbeutung von ganzen Erdteilen, mit deren kostbaren Rohstoffen wir es uns gemütlich machen. Immer schön billig, mit ordentlichen Spannen, damit es den Reichen noch besser geht. Die Hersteller und Spenderländer bekommen vom Kuchen höchstens einen Bruchteil ab. 

Das Ungleichgewicht hat aber einen hohen Preis. Zu Ende gedacht, müssen wir ihn alle zahlen. Es hängt alles miteinander zusammen. Zukunft gibt es wohl nur, wenn man die Ketten der Handelsgüter im Kreis be-denkt, beginnend beim nachhaltigen und nachdenklichen Konsum. 

Es ist ein gefährlicher Irrtum hier alle Verantwortung auf Politik, wirtschaftliche Drahtzieher und die Anbieter zu schieben. Wir, die Konsmenten, bestimmen an der entscheidenden Stellen, welche Waren zu welchen Preisen "Erfolg" haben. Kaufen wir "um jeden Preis" billig, billigen wir nicht nur die Ausbeutung, wir fördern sie auch unmittelbar.

Durch bewussten Konsum hingegen, können wir alle dazu beitragen, dass Schwellenländer anstelle von Entwicklungshilfe sich selbst helfen können und ihren gerechten Anteil an eigenen Schätzen auch zur Verfügung haben. Eine der Grundvoraussetzungen für Selbstbestimmung und letztendlich auch für Bildung, die einen bewussten Umgang mit der Familienplanung möglich macht. Überbevölkerung in den ärmsten Ländern wäre kaum noch ein Thema, wenn die Armut echten Lebensperspektiven weichen würde.

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