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Billige Mode, auf Kosten der Armen
Magazin - Gesellschaft
Geschrieben von: Inca Vogt   

Wie teuer billige Mode sein kann, zeigt sich aktuell am Beispiel von Lidl. Da wird mit einer Kampagne für Saubere Kleidung geworben. Und alle schreien auf, weil die Billig Shirts unter unmenschlichen Bedingungen in Bangladesh gefertigt werden.

Was mich an dieser Medienhetze am meisten irritiert, sind betroffene Reaktionen mancher Konsumenten. Bitte Leute, wacht auf. Sich hinter dem Mäntelchen "ich bin ein getäuschter Verbraucher" zu verbergen, ist schlicht verlogen. Was nichts kostet, kann nie und nimmer zu uns gewohnten Bedingungen gefertigt sein. Alles, was wir billig kaufen, muss bezahlt werden. Im Zweifelsfall von den Ärmsten der Armen. Zum Beispiel in Bangladesh. Es ist höchste Zeit, endlich selbst die richtigen Schlüsse zu ziehen... bei Preisschildern, die unterirdisch "billig" versprechen. Bei Aktionen, die alles bisherige im Preiskampf unterbieten. Das ist zu teuer!

Im Folgenden der Bericht zum Fall Lidl...

 

Die Verbraucherzentrale Hamburg reicht beim Landgericht Heilbronn eine Klage gegen Lidl wegen unlauteren Wettbewerbs ein. Sie wird dabei von der Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) und dem European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) unterstützt.

Das Bündnis fordert Lidl auf, Verbraucher nicht mit "Social Washing" über die unmenschlichen Arbeitsbedingungen bei ihren Zulieferern zu täuschen.

Das Unternehmen Lidl weist in der Öffentlichkeit darauf hin, dass es Mitglied bei der Business Social Compliance Initiative (BSCI) ist. Diese europäische Unternehmensinitiative hat zum Ziel, bestimmte Sozialstandards bei ihren Lieferanten zu erreichen, doch eine Verpflichtung ist dies nicht. Deshalb erfreut sich die BSCI zunehmender Beliebtheit bei den Unternehmen: Denn die Mitgliedschaft verleiht den Unternehmen den Anschein fairer Arbeitsbedingungen in ihren Zulieferbetrieben. Lidl nutzt dies, um in der Öffentlichkeit
einen solchen Eindruck zu erwecken.

Eine von der ECCHR und der CCC in Auftrag gegebene Untersuchung ( www.saubere-kleidung.de ) beschäftigt sich mit den Arbeitsverhältnissen in Lidls Zulieferbetrieben. Die Recherche konzentriert sich auf vier Firmen in Bangladesch. Näherinnen berichten von unmenschlichen Arbeitsbedingungen, die gegen die ILO-Konventionen, gegen den BSCI-Verhaltenskodex und gegen die Selbstverpflichtung Lidls verstoßen.

Miriam Saage-Maaß vom ECCHR sagt: "Es besteht ein krasser Widerspruch zwischen der öffentlichen Darstellung Lidls und den tatsächlichen Verhältnissen in den Poduktionsstätten der Lidl-Lieferanten."

Günter Hörmann von der Verbraucherzentrale Hamburg erklärt: "Lidl täuscht mit seiner Werbung die Verbraucher. Daher haben wir jetzt Klage wegen der irreführenden Werbung eingereicht."

Gisela Burckhardt von der CCC betont: "Lidl betreibt Schönfärberei, mit dem BSCI-Kodex wollen sich Discounter ein Sozialmäntelchen umhängen, aber die Lage der Arbeiterinnen verbessert sich nicht."

Soweit der offizielle Teil: Aber mal ehrlich. Durchschauen wir "armen, belogenen" Konsumenten wirklich alles, was wir glauben wollen;-) Haupsache, es kostet nix? Und wieder haben wir nichts geahnt?


 

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