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Globale Probleme ungelöst
Magazin - Gesellschaft
Geschrieben von: Inca Vogt   

Ein Rückblick auf die Klimakonferenz und alles, was sonst noch so im vergangenen Jahr 09 "nicht" oder doch passierte, zeigt: wir sind weit davon entfernt, unsere globalen Probleme auch nur ansatzweise zu lösen. Biodiversitätsverlust, Klimawandel, Durst und Hunger bereiten Sorgen. Und es wird womöglich auch wirtschaftlich erst einmal noch schlechter, ehe es besser werden kann, so Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Uhr tickt und Deutschland solle zusammen mit Europa eine Vorreiterrolle spielen, hieß es im Konsens in der Neujahrsrede. Und dazu gehört auch ein Blick auf alles, was man verharmlosend als Ist-Zustand bezeichnet. 

Hier eine Bestandsaufnahme, die alles andere als feuerwerksprühend aufs neue Jahr anstoßen lässt.

Nahrungsmittel werden bei uns weg geworfen. Weltweit verhungern Menschen

Während wir uns um die besten Diäten sorgen, Krankheiten wie Diabetes Typ II sich mehren, Kinder immer dicker werden und die Kosten für diese Wohlstandskrankheiten steigen, verhungern Menschen in den armen Ländern.

Wir haben soviel Nahrungsmittel, dass wir sie weg werfen. Und das betrifft nicht nur die "Reichen". Selbst unsere armen Bevölkerungsschichten "leiden" häufig an Verfettung. Wir haben genug um uns satt zu essen. Und mehr! Dank sozialem Netz haben wir die Tafeln und andere Einrichtungen, die zumindest den Teil, der nicht gleich in der Tonne landet, großzügig verteilen. Anders sieht es in den nicht industrialisierten Welten aus. Hier herrscht Hunger und wirkliche Not. 

Ein Hoffnungsschimmer war die Grüne Gentechnologie. Eine Sackgasse. Sie hat es nicht geschafft, die Menschen satt zu machen. Dafür haben Forscher gezeigt, dass gentechnisch veränderte Pflanzen zu großen Problemen in der Umwelt führen können.  

Angeheizte Polemik zum Thema Klimaveränderung

Der Datendiebstahl von E-Mails der Climate Research Unit (CRU) an der britischen University of East Anglia hat dazu geführt, die Polemik rund um das Thema Klimaänderung anzuheizen. Unwissenschaftliche Kontroverse steht den tatsächlichen Veränderungen des Planeten entgegen. Schmelzende Gletscher in Zentralasien und in Europa, eine im Sommer eisfreie Nordwest-Passage und immer stärker bedrohte Korallenriffe sind nur einige Indizien der tatsächlichen Klima-Realität. Hinzu kommen bereits jetzt verschärfte Kämpfe um Trinkwasser in einigen Regionen der Erde.

Biodiversitätsverlust und sterbende Meere

Trotz des immer noch mangelhaften Wissens über die Vielfalt des Lebens auf der Erde - und den ehrgeizigen Bemühungen einer weltumspannenden neuen Systematik des Tier- und Pflanzenreichs - verschwinden mehr und mehr Spezies. Die Gründe dafür sind vielfältig. Der Mensch spielt jedoch bei allen eine wesentliche Rolle. Umweltorganisationen haben auch 2009 wieder vor einem Kollaps der weltweiten Fischerei gewarnt. Der Ruf verhallte ungehört.

Zu hohe Nährstoffeinträge in den Weltmeeren führen zu immer größeren Todeszonen, in denen praktisch alle Lebewesen ersticken. Erstmals gab es 2009 Berechnungen über das Ausmaß des größten Müllstrudels der Welt vor der US-Pazifikküste. Umweltgifte setzen nicht nur Pflanzen und Tieren, sondern auch dem Menschen zu. Vielfach wurde darüber diskutiert, ob solche Toxine auch maßgeblich an der Fettsucht - einer immer weiter verbreiteten Erkrankung - in den Industriestaaten beteiligt sind.

Schweinegrippe verursacht Hysterie

Medien waren nicht unwesentlich am Hype rund um die sogenannte Schweinegrippe beteiligt. Aufregung herrschte darüber, dass sich das Erregervirus schnell über den ganzen Globus ausbreiten konnte. Zu einer Veränderung des Virusstammes ist es jedoch nicht gekommen. Mitte Dezember wurde für Europa schließlich eine inoffizielle Entwarnung gegeben. Das Virus sei weit weniger gefährlich als angenommen.

Eine besorgte Nachfrage beim Hausarzt bestätigte: "Ruhe bewahren". Und möglicherweise könne die empfohlene Impung weit mehr schaden, als nutzen. Dennoch zeigt die Hysterie Wirkung, wenn Husten Schnupfen und Fieber sich ankündigen.

Krebsheilung in Sicht?

In der modernen Medizin sind Wissenschaftler einige Schritte vorwärts gekommen. Der große Durchbruch fehlt allerdings immer noch. Forscher arbeiten derzeit weltweit an der Katalogisierung aller Gene, die bei vielen Arten von Krebs beim Menschen fehlerhaft sein können. Aus diesen Erkenntnissen werden neue Arzneimittel entwickelt und zur Anwendung kommen. Zudem will man Medikamente derart gestalten, dass sie direkt am Krankheitsherd arbeiten.

Tourismus fällt in tiefes Loch

Die globale Wirtschaftskrise hat den Tourismus 2009 schwer getroffen. Weltweit ging die Zahl der Nächtigungen zurück. Im Luftverkehr war der Silberstreif ebenfalls lediglich am Horizont zu sehen. Immer größere Allianzen sorgten für eine Marktverdichtung. Die Preise waren für Konsumenten niedrig und Experten kritisierten, dass die Carrier zum Teil zum Selbstkostenpreis unterwegs waren und damit keinen Gewinn machen konnten.

Die Zukunft des Fremdenverkehrs liegt eindeutig im Online-Bereich. Im virtuellen Reisebüro waren sogar für die Vermittler noch Gewinne zu machen. Hotelbuchungsplattformen haben in den aktuellen Preisindices deutlich gezeigt, dass viele ehemalige Hochpreisdestinationen ihre Übernachtungskosten gesenkt haben.

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