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Kids. Umweltschutz zu "nervig"
Magazin - Gesellschaft
Geschrieben von: Inca Vogt   

Unsere nächste Generation scheint wenig Interesse an umweltverträglichem Denken und Handeln zu haben. Das sei ihnen schlicht zu "anstrengend", behauptet mehr als die Hälfte der 14-19Jährigen, wie eine Umfrage der GFK-Marktforschung Nürnberg ergab.

Offenbar fehlt den Jugendlichen bereits ein Grundverständnis für die komplexen Zusammenhänge.

Woran liegt das?

Täglich überfluten uns Meldungen und neue Horrorszenarien von Naturkatastrophen, Klimakapriolen und Visionen einer Welt, die unsere Fehler der Vergangenheit nicht mehr verkraftet. Zu viel für Jugendliche, die damit aufgewachsen sind? Zu sehr Alltag, dass es in ein ein überhörtes Rauschen übergeht?

Auf der Suche nach Lösungsansätzen, befragten wir einige Jugendliche.

"Wozu soll ich Müll trennen, das wird ja doch alles wieder zusammengeworfen", meinte eine 14Jährige.

"Ist doch meine Gesundheit, die ich gefärde", wenn ich rauche, antwortete eine 13jährige Schülerin. Die Passivtrauchersituation in ihrem Umfeld interessierte sie ebenso wenig, wie der Hinweis, dass ihre Lebenserwartung, die in der nächsten Generation bei 100 Jahren liegt, damit drastisch verkürzt werden könne. "Na und, ob ich nun 80 oder 100 werde, ist doch egal."

"Ach das ist doch alles Nachrichtenquatsch", verwarf ein 15jähriger unsere besorgte Nachfrage, nach Auswirkungen von umweltschädigendem Verhalten.

Auch das Interesse an Zukunftsszenarien auf das eigene Leben, schien mässig. Da war der Junge, in den sie aktuell verliebt waren, das nächste Konzert, das ersehnte Computerspiel wesentlich näher. Die Zukunft? Das Interesse daran reicht maximal  bis zur Erreichung von eigenen, eher ergoistischen Zielen.

Bleibt unterm Strich die Frage: wächst hier eine Generation von "coolen, egoistischen Monstern" heran? Oder was läuft hier auf fatale Weise falsch? Haben wir alle was falsch gemacht, indem wir der nachfolgenden Generation vielleicht zu wenig Eigenintiative überlassen? Haben wir zu wenig aufgeklärt, ein zu schlechtes Vorbild gelebt? Die Antwort mag sich jeder selbst geben. Mit einem mutigen Griff an die Nase. Und mit einem verständnisvollen Blick auf die Situation einer Generation, die sich genau wie wir, vielleicht auch erst neu erfinden muss. Auf junge Erwachsene, die mit einer Fülle von ganz neuen Herausforderungen konfrontiert sind. 

Hier der vollständige Bericht, der von "BABY und Familie" veröffentlicht wurde:  

Umweltschutz zu anstrengend

"Ständig auf Mülltrennung achten, sparsam mit Energie umgehen und nach Möglichkeit regionale Produkte verspeisen - viele Teenager sind von zu viel Umweltschutz schlichtweg genervt.

Die repräsentative Umfrage im Auftrag von "BABY und Familie" ergab, mehr als die Hälfte der 14 - bis 19-Jährigen (56,5%) empfinden es als "sehr anstrengend", im Alltag andauernd auf umweltverträgliches Verhalten zu achten.

Fast jeder zweite von ihnen (47,4 %) räumte zugleich ein, im Grunde genommen gar nicht so genau zu wissen, wie man sich im Alltag möglichst umweltschonend verhalte.

Quelle: Eine repräsentative Umfrage des Apothekenmagazins "BABY und Familie", durchgeführt von der GfK Marktforschung Nürnberg bei 2.069 Personen ab 14 Jahren, darunter 165 14- bis 19-Jährige.

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