|
Die Geschichte von Verliebten, die umwelttauglicher sind als Singles, ist nicht neu. Aber es lohnt sich, sie neu aufzurollen. Hier ein paar Aufrechnungen einer US Studie, die belegt, dass Zweisamkeit, Familien und Wohngemeinschaften unter einem Dach mithelfen, Klimakatastrophen zu verhindern.
Die US-Studie belegt überdies, dass Scheidungen die Umwelt besonders stark belasten. Der Grund für die Mehrbelastung liegt darin, dass die ehemaligen Ehepartner nach der Scheidung in separate Wohnungen ziehen und daher mehr Energie und Wasser verbrauchen als in der Familieneinheit, begründen die Forscher. Auch in der Deklaration des "World Resources Forum" in Davos http://www.worldresourcesforum.org wurde nicht nur ein Umdenken des gesamten Wirtschaftslebens gefordert, sondern auch dazu angehalten, Prozesse zu initiieren, um Lebensstile zu überdenken und Konsummuster zu entwickeln, die auf hinreichender Menge und Qualität dem sorgfältigen Einsatz natürlicher Ressourcen basieren. "Geschiedene Haushalte sind kleiner als verheiratete, aber sie verbrauchen pro Kopf mehr Fläche, Wasser und Energie als jene, in denen mehrere Menschen unter einem Dach zusammen leben", kommen die US-Forscher zum Schluss. Für die Studie hatten sie Analysen in zwölf Staaten durchgeführt. Alleine in den USA hätte das Aufrechterhalten der ehelichen Lebensgemeinschaft im Jahr 2005 rund 2.370 Mrd. Liter Wasser und 73 Mrd. Kilowattstunden Strom eingespart. Jeder getrennt lebende Partner hat um 46 Prozent mehr Strom und um 56 Prozent mehr Wasser pro Kopf verbraucht, als wenn sie zusammengeblieben wären. Eine Wiederverheiratung von Partnern bringt den Energieverbrauch wieder auf die vorherigen Werte.
"Wir verbrauchen einfach zu viele Ressourcen", bringt es auch Greenpeace-Experte für nachhaltigen Konsum Jürgen Knirsch http://www.greenpeace.de im pressetext-Interview auf den Punkt. "Nach Berechnungen des internationalen Global Footprint Network sind am 25. September alle natürlichen Ressourcen, die den Menschen für dieses Jahr zur Verfügung stehen bereits verbraucht. Das nächste Quartal des Jahres leben wir wieder auf Pump", so Knirsch. Bei solchen Berechnungen sind nicht nur Politiker, Meinungsbildner und Gesetzesmacher Adressaten, sondern auch jeder Einzelne. "Jeder Einzelne ist zum Handeln aufgefordert", meint der Umweltexperte. Greenpeace habe zur Durchsetzung eines individuellen und persönlichen Nachhaltigkeitsprogramms die so genannten "vier F" entwickelt. "Das bedeutet, weniger mit dem Flugzeug zu fliegen, weniger Fleisch zu essen, weniger mit dem Auto zu fahren und zu wohnen wie im Faß - damit ist das umsichtige Wohnen gemeint." Generell rät Knirsch dazu, beim Konsum immer genau nachzudenken, ob man die Sachen, die man kauft, auch tatsächlich braucht. "Vielfach ist Konsum eine Frustbewältigung. Möglicherweise kann man zur Bewältigung der Frustration auch andere Handlungen setzen."
"Wir handeln als hätten wir 1,4 Erden und nicht nur eine. Bei einem Unternehmen, das tief in den roten Zahlen steckt, werden Kosten eingespart, um eine Insolvenz zu verhindern", so Knirsch. Genauso müsste man mit dem Naturkapital der Erde verfahren und den Verbrauch an natürlichen Ressourcen zu verringern, ehe es zu spät sei. Der Deklaration des "World Resources Forum" will Knirsch noch etwas hinzufügen: "Es geht auch darum, eine globale Gerechtigkeit zu schaffen und anderen Menschen auf der Erde Dinge zuzubilligen, die wir uns nicht mehr erlauben können, weil wir das Maß bereits überschritten haben", so der Umweltexperte. Der Tag der ökologischen Überschuldung findet seit 1986 statt und wird in diesem Jahr aufgrund der globalen Wirtschaftskrise um zwei Tage nach hinten verschoben. Den größten Anteil an der ökologischen Überschuldung hat der weltweite CO2-Ausstoß.
|
Comments
Praktisch kostet es aber zumindest gebrochene Seelen oder gar Kinderseelen, wenn man aus so "edlen" Gründen, wie der Zukunftsrettung zusammenbleibt. Ob das der Zukunft zuträglicher ist?
Aber im Ansatz stimme ich zu. Vielleicht muss man über ganz neue (alte) Lebensgemeinsch aften wieder nachdenken? Von der WG bis hin zu Generationshäusern oder ganz neuen Wohnkommunen. Zum Beispiel im Alter.