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Billige Kleidung. Teuer bezahlt
Magazin - Fashion
Geschrieben von: Inca Vogt   

Sie schuften zum Discountpreis. Für uns. Näherinnen im fernen Bangladesch kennen keinen Arbeitsschutz und haben keinen Anspruch auf faire Löhne. Wer aufmuckt, fliegt. Die Arbeitsbedingungen sind wahrhaft gruselig. Und das alles für eine hierzulande propagierte "Geiz ist geil" Mentalität. Teuer bezahlt. Mit Menschenausbeutung.

Interview mit Näherin und Gewerkschaftsführerin aus Bangladesch

Shahida Sarker und Suma Sarker ziehen eine bittere Bilanz. Die Arbeitsbedingungen in den Bekleidungsfabriken Bangladeschs sind wie eine Knochenmühle. Die Löhne liegen unter dem Existenzminimum und wer aufmuckt, fliegt raus. Der Druck kommt von deutschen Discountern, wie Lidl und KIK. Die beiden Textilarbeiterinnen berichten über Diskriminierung und ihren Widerstand. Shahida Sarker ist Vorsitzende der Gewerkschaft National Garments Workers Federation (NGWF). Suma Sarker, Witwe und Mutter eines Sohnes arbeitet seit ihrem 13. Lebensjahr in verschiedenen Bekleidungsfabriken, um die Familie zu ernähren.

In Bangladesch drücken diese Discounter die Preise bei ihren Lieferanten, so dass die Löhne unterhalb des Existenzminimums fallen. Eine ähnliche Strategie fahren Discounter in Deutschland, wo ihre Beschäftigten teilweise sittenwidrige, niedrige Löhne erhalten (Urteil des Dortmunder Arbeitsgerichts gegen KiK, Mai 2008). Arm trotz Arbeit, weil Discounter verhindern, dass die Beschäftigten sich organisieren und durch Interessensvertretungen, wie Gewerkschaften, ihnen zustehendes Recht umgesetzt wird.

Extreme Auswirkungen in Bangladesch: Die Untersuchung "Wer bezahlt unsere Kleidung bei Lidl und KiK?" hat bei sechs Lieferanten von Lidl und KiK in Bangladesch massive Arbeits- und Menschenrechtsverletzungen festgestellt ( www.saubere-kleidung.de ).

Gisela Burckhardt: "Die freiwilligen Selbstverpflichtungen der Handelskonzerne haben bisher zu keinen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen geführt - sie sind das Papier nicht wert, auf dem sie stehen. Sie sehen gut aus, doch dienen den Unternehmen eher als Schutzschild. Die Umsetzung ist nicht nur mangelhaft, sondern es scheint, auch nicht ernsthaft gewollt."

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