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Siegel für "saubere" Baumwolle
Magazin - Fashion
Geschrieben von: Inca Vogt   

Es ist nicht leicht für uns Verbraucher den Unterschied zu erkennen. Den Unterschied zwischen konventionell und umwelt- und sozialverträglicher Baumwolle. Denn bislang sind die Etikettierungen eher verwirrend. NABU fordert daher ein verlässliches Siegel für Textilien.

25 Millionen Tonnen Baumwolle werden jährlich auf konventionelle Weise erzeugt, davon sind über vierzig Prozent gentechnisch veränderte Baumwolle. Die Folgen des konventionellen Baumwollanbaus sind hoher Wasserverbrauch und verheerende Umweltschäden. Jährlich sterben rund 20.000 Menschen an Vergiftungen durch unsachgemäßen Gebrauch von Pestiziden. 90 Millionen Kinder arbeiten nach Angaben von Unicef in der Baumwollproduktion.

Um aus dem unübersichtlichen Baumwollmarkt mit einer Vielzahl von Labeln ein ökologisch erzeugtes und fair gehandeltes Produkt zu finden, fordert der NABU mehr Transparenz und eine einheitliche Kennzeichnung für umwelt- und sozialverträglich produzierte Textilien ohne Gentechnik. Nur weniger als ein Prozent der weltweit produzierten Baumwolle kommt aus Bioanbau, fast die Hälfte dagegen von gentechnisch veränderten Pflanzen - Tendenz steigend.

Bislang haben die Kleinbauern wenig Alternativen, wenn sie überleben wollen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, wenden sie vor allem in Entwicklungsländern die gentechnisch veränderte Baumwolle an, die ihnen als das beste erhältliche Saatgut angepriesen wird. Tatsächlich verringert sich der Einsatz von Insektiziden mitunter in den ersten Jahren, nimmt jedoch in der Regel aufgrund von Resistenzbildung und anderen Schädlingen, die auftauchen, wieder zu. Am Ende der langen Produktionskette verdienen meist nur Handel und Saatgutunternehmen. Die Folgen für Kleinbauern und ihre Familien sind meist Armut und Überschuldung, da Herbizide, Dünger und das gentechnisch veränderte Saatgut vorab bezahlt werden müssen und dieses wegen der Patentgebühren teurer ist als konventionelles Saatgut.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke: "Der Ausweg aus Armut und Naturzerstörung kann nur über nachhaltige Anbaumethoden gesichert werden. Außerdem sind der Erhalt der Bodenfruchtbarkeit und der Einsatz von natürlichem Dünger statt Mineraldünger auf Erdölbasis auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz."

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