| Lichtscheues Gemüse |
| Magazin - Essen + Trinken | |||||
| Geschrieben von: Inca Vogt | |||||
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Im Supermarkt glänzt das Gemüse unter künstlichem Licht besonders gesund und appetitlich. Doch der Schein trügt. Tatsächlich schadet das Licht, dem Gemüse das meist unverpackt oder nur mit einer transparente Frischefolie geschützt ist. Das fanden Wissenschaftler der Universität La Rioja http://www.unirioja.es heraus. Die Lichteinstrahlung verkürzt die Frischedauer von Broccoli, Karfiol, Lauch, Spargel und Rüben entscheidend und beschleunigt die Alterung. Diese Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Journal of the Science of Food and Agriculture veröffentlicht. Karl-Heinz Wagner vom Wiener Institut für Ernährungswissenschaften www.univie.ac.at/nutrition nennt den Verlust von Vitaminen als weitere negative Folge des Lichteinfalls bei Gemüse.
Licht öffnet bei Gemüsepflanzen die Poren, über die Sauerstoff und Kohlendioxid ausgetauscht werden. Die Pflanze verliert dabei an Wasser und läuft Gefahr zu dehydrieren, was ihre Druckfestigkeit verschlechtert. Weißes Gemüse ohne Pigmente verfärbt sich unter Lichteinstrahlung, grünes Gemüse verliert hingegen an Festigkeit. So verkürzt das Licht die Frischezeit bei Broccoli um drei Tage, bei Karfiol und Lauch sogar um acht. Das entdeckten die Forscher, als sie mehrere Container mit verschiedenen Gemüsearten mit Licht beleuchteten und die Effekte maßen. Wie eine Gemüseart auf Licht reagierte, hing auch davon ab, ob die genießbaren Teile Blüten, Wurzeln, Stängel oder Blätter der Pflanze waren. Für uns Verbraucher ein Grund mehr, Gemüse vermehrt da zu kaufen, wo es angebaut wird. Natürlich erntefrisch. Und das kann vielleicht der Bauer, der kleine Gemüsehändler um die Ecke oder der Marktstand eher garantieren, als der große Supermarkt. Doch das ist keine wirkliche Faustregel. Besser zweimal hinsehen, woher das Gemüse kommt und im Zweifelsfall auch zwei Cent mehr bezahlen, um beim regulieren des Angebotes mitzuwirken. Der eigenen Gesundheit zuliebe, was nicht zuletzt auch Auswirkungen auf den Markt selbst hat. Denn unterm Strich sind wir es, die bestimmen, was da in den Regalen "auf welche Art" angeboten wird.
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