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Dioxinskandal. Wen wundert es?
Magazin - Essen + Trinken
Geschrieben von: Inca Vogt   

Der Fall: Dioxinverseuchtes Geflügel und Eier gelangen in unsere Supermärkte, landen auf unseren Tellern, vergiften uns alle.

Ursache: Kosten sparen, Gewinne maximieren. Schuldfrage? Mangelnde Transparenz der Verarbeitungskette, so die Erklärungen.

Ein Skandal schreien die Medien. Ein absehbarer Skandal, sage ich. Und nur die Spitze von immer noch skandalösen Zuständen in der sogenannten Nutztierhaltung. Doch in diesem Skandallfall ist Tierrecht zugleich Menschenrecht. Recht so. Es kommt zurück, was wir verursachen. 

Zeit, die Verursacherverfolgung auszudehnen. Auf alle, denen es "wurscht" ist, woher das knackige Henderl kommt. Zeit, nachzufragen, was wir essen. Wir essen nicht Fleisch, wir essen Tiere und deren Erzeugnisse. Geboren, um für uns zu sterben. Geboren, um als vergiftete Lebensmittel auf unseren Tellern mit uns zu enden. Oder jetzt in einer Massentötung beseitigt zu werden.

Im Folgeartikel, eine etwas weniger emotional geladene Darstellung des Deutschen Tierschutzbundes...

 

 

 

 

 

 

Dioxinskandal: derzeitiges System erleichtert Betrug zu Lasten von Mensch und Tier


Für den Tierschutzbund belegt der Skandal erneut: Verbraucherschutz geht nur mit Tierschutz. Europas größte Tier- und Naturschutzorganisation fordert zudem Konsequenzen. Neben der Bestrafung der Schuldigen muss dringend die Transparenz der Verarbeitungskette von Anfang bis zum Ende erhöht werden. Denn offenbar fehlt es u.a. an den gesetzlichen Vorgaben für eine transparente Kennzeichnung.

Auch wenn in diesem Fall das Dioxin durch Stichproben entdeckt wurde: Festzuhalten bleibt, dass die Kennzeichnungen nicht eindeutig genug sind. Es muss von Beginn der Verarbeitungskette an detailliert geschildert werden, was genau verwendet und verarbeitet wurde.


Allgemeinplätze wie "Fette" und "Öle" reichen nicht, stellt der Deutsche Tierschutzbund fest. Zudem müssen die Kontrollen ausgeweitet werden, das dürfe nicht an Kosten scheitern, mit denen oft flächendeckende Proben abgelehnt werden und lediglich auf Stichproben ausgewichen wird.

"Hier muss das Verursacherprinzip angewendet werden: Wer was herstellt und liefert, muss detailliert sagen, was drin ist", fordert Thomas Schröder, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Tierschutzbundes. Und: "Die Täter gehören bestraft, aber es muss auch klar sein, dass das derzeitige System als Mittäter anzusehen ist, weil es Betrug Tür und Tor öffnet."

Die Strukturen sind anfällig, stellt Schröder zudem fest. Die Ausrichtung auf eine agrarindustrielle Landwirtschaft führt schnell zu einem Flächenbrand, wie wir ihn jetzt erleben. Tausende von Betrieben in ganz Deutschland werden geschädigt, wenn es in einem einzigen Futtermittel-Unternehmen zu Fehlern kommt.

 

Eine regional ausgerichtete Landwirtschaft als Kreislaufwirtschaft würde mehr Sicherheit schaffen und Mensch und Tier besser schützen. "Der Dioxinskandal belegt erneut, wie wichtig ein neues Denken und Handeln ist. Nachhaltiger Verbraucherschutz geht nur mit Tierschutz", so Schröder.


Darüber hinaus erinnert der Verband an das mit dem Skandal verbundene Leid für die Tiere. Mehrere Tausend mit dioxinhaltigem Futter ernährte Hennen wurden bereits getötet. Die Behörden sind gefordert, um unnötige Tötungen von Tieren auf den gesperrten Höfen zu verhindern. Aus ethischer Sicht sind das Töten gesunder Tiere und ihre Deklaration zu Sondermüll absolut abzulehnen.

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