| Was essen wir morgen? |
| Magazin - Essen + Trinken | |||||||
| Geschrieben von: Inca Vogt | |||||||
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Eins scheint sicher zu sein, wenn wir so weitermachen mit den Meeresschätzen, geht uns der Fisch aus. 5 nach 12, über Alternativen nachzudenken. Denn der drohende Kollaps der Fischerei wird für viele Menschen auf der Erde zu einem massiven Ernährungsproblem werden. Als Nahrungsmittel der Zukunft könnten Algen und Quallen auf dem Speiseplan stehen.
Forscher haben entdeckt, dass Quallen, Algen und Tintenfische sogar einen vollwertigen Ersatz für die bisher bekannten Köstlichkeiten aus dem Meer bilden könnten, denn beide haben sehr günstige Kalorienwerte und zahlreiche lebenswichtige Spurenelemente. Untersuchungen vor der Küste Namibias, die das Wissenschaftsteam um Christopher Lynam von der britischen University St. Andrews vornahmen, ergaben, dass die Biomasse an Quallen jene von Makrelen, Sardinen und Anchovis um das dreifache übersteigt. Solche Quallenblüten konnten Forscher auch in stark überfischten Regionen im Schwarzen Meer, im Mittelmeer und im Golf von Mexiko feststellen. Ein Grund dafür ist die Temperaturerwärmung und die große Zahl von Phytoplankton, das in den nährstoffreichen Gewässern üppig gedeiht. Daneben übernehmen in den zum Großteil überfischten Meeren auch die Tintenfische die Vorherrschaft. Diese Tiere profitieren von der Dezimierung ihrer Fressfeinde als auch von den Temperaturänderungen, vermuten die Forscher. Was in den meisten Teilen der Welt noch nicht auf dem Speiseplan steht, sind Quallen. Sie sind im Vergleich zu Tintenfischen weniger schmackhaft. In China werden Quallen allerdings seit mehr als 1.000 Jahren in Salaten gegessen. Auf den Speisekarten Japans sind sie als Sushi bekannt und in Thailand werden sie mit Nudeln frittiert. Doch die Nährwerte der Quallen überzeugen: Niedriger Fettanteil, hohe Anteile von Kupfer, Eisen und Selen, allerdings auch nur etwa fünf Prozent Eiweiß. "Eine geschmackliche Sensation sind die Quallen nicht gerade", meint Kevin Raskoff vom kalifornischen Monterey Peninsula College im Wissenschaftsmagazin New Scientist. Zu einem Weltnahrungsmittel werde es kaum reichen, denn dazu sind die Nährwerte zu niedrig, meint der Forscher. "Die Adaptierung eines Fischkutters als Planktontrawler ist allerdings fast unmöglich", meint der Planktonexperte Peter Franks von der Scripps Institution of Oceanography in La Jolla. "Obwohl die Planktonblüte mit Mio. Zellen in einem Liter Wasser sehr dicht ist, reicht dies nicht einmal für einen Phytoplankton-Cracker." Probleme gebe es zudem mit der Vorhersage, wann eine solche Blüte einsetzt, und mit der Gewissheit darüber, dass der Fang nicht mit anderen giftigen Arten kontaminiert ist. Es sei klüger statt dem großen Aufwand Spinat zu züchten.
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