| Die Welt Weiß anstreichen |
| Magazin - Energie | |||||||
| Geschrieben von: Inca Vogt | |||||||
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Weiß ist nicht nur im übertragenen Sinn eine unschuldige Farbe. Als Anstrich auf Hausdächern, Autos und vielen anderen Flächen, hilft Weiß auch Energie einzusparen. Warum das so ist? Eine Frage der Physik. Denn Weiß reflektiert das Sonnenlicht und wir verbrauchen dadurch zum Beispiel weniger Energie zur Kühlung. Daher rät der US-Energieminister: "Streicht die Welt weiß an!"
US-Energieminister rät: "Die Welt weiß anstreichen"
Die vorgeschlagenen Maßnahmen, die zur Reflexion des Sonnenlichts führen, machen Gebäude und Autos kühler. Daher brauche man weniger Energie zur Kühlung. Diese Energieeffizienzrevolution sei nicht nur in den USA, sondern auch in Europa und der ganzen Welt notwendig, um gegen die globale Erwärmung vorzugehen. "Ja, man muss Menschen dazu bringen, ihre Hausdächer weiß anzumalen. Ich denke, dass weiß eine hübsche Farbe ist", meint Chu gegenüber dem Guardian. "Wenn Autos in hellen Farben lackiert sind, erwärmen sich die Fahrzeuginnenräume weniger stark und wir ersparen uns große Mengen an Energie." Es herrsche eine Krise und diese sei ernst. "Die Erde wird sich weiter erwärmen und das geschieht sogar dann, wenn wir den Energieverbrauch sofort nach unten fahren." Die Verwendung von Kohle bezeichnete Chu als "Albtraum". "Ich werde alles dafür tun, diese erneuerbaren Technologien zu fördern", meint der Minister. Zugleich kündigte Chu auch an, dass sich die USA bei den Klimagesprächen in Kopenhagen vor China zu Klimaschutzmaßnahmen bereit erklären sollen. Zugleich warnt der Wissenschaftler aber auch vor zu großen Erwartungen. "Wir müssen einen Wechsel vollziehen. Geschieht dieser zu schnell, kommt es zu Störungen. Wir brauchen viele Anreize und auch eine Regulierung. Es gibt keine einfache Patentlösung dafür."
Die "weiße Strategie" Wie dramatisch sich auch nur kleine Veränderungen der Architektur auf den Energieverbrauch eines Gebäudes auswirken, macht das Beispiel des neuen Regierungsgebäudes in Funafuti/Tuvalu deutlich. Das Gebäude - ein Geschenk Taiwans an das winzige Entwicklungsland im Zentralpazifik - ist eine einzige ökologische Katastrophe. Allein der Betrieb der Klimaanlage hat vier Prozent des BIP des Zwergstaates verschlungen", so der Filmemacher Christopher Horner. Mit nur geringen baulichen Veränderungen wie etwa nach unten gezogene Fensterläden und der Umfärbung der einst schwarzen Dachfläche, konnten die Energiekosten und damit auch die Betriebskosten dramatisch verringert werden. "Traditionell tagt das Parlament übrigens immer noch im nach allen vier Seiten offenen Maneapa, denn dort herrscht auch bei unerträglichen Außentemperaturen eine angenehme Temperatur - und das ohne Klimaanlage", so Horner.
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