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Venedig. Umweltfreundliche Gondeln
Magazin - Energie
Geschrieben von: Inca Vogt   

Auf dem Canale Grande wird nicht nur Verliebten viel geboten. Auch alle, die Wert auf saubere Energie legen, kommen in der Stadt der Liebe bald auf ihre Kosten. Demnächst sollen erste Schiffe der Nahverkehrsflotte auf Alternativenergie umgestellt werden. Ein Grund mehr, mal wieder einzutauchen in die Stadt der Liebe? 

Venzianische Gondel als Vorbild für emissionsfreien Verkehr (Foto: pixelio.de/H. Hoppe)
Zunächst dürften allerdings noch die "Amoregründe" für einen Besuch Venedigs sprechen. Die von den städtischen Verkehrsbetrieben Venedigs http://www.actv.it in Auftrag gegebene Entwicklung von 16 Wassertaxis mit Hybridantrieb, werden vermutlich erst 2013 auf dem Canale Grande fahren. 

Dennoch, ein ehrgeiziges Projekt, das aus Mitteln des italienischen Wirtschaftsministeriums im Rahmen des Programma Industria 2015 mit dem Namen "Vision" im kommenden Februar gestartet wird. Es erfordert einen Investitionsaufwand von insgesamt zwölf Mio. Euro. An dem Vorhaben sind neben den staatlichen Werftbetrieben Fincantieri die eine Reihe weiterer italienischer Firmen beteiligt. Zur Fertigstellung des mit 240 Passagierplätzen ausgestatteten Prototypen werden voraussichtlich drei Jahre vergehen.

Als Energiequelle für die ebenfalls vorgesehene neue Generation von Elektromotoren werden die als Stacks bekannten und bereits bei U-Booten eingesetzten Brennstoffzellen mit Polymermembran vom Typ PEM (= Proton Exchange Membrane) dienen.

Zusätzliche Energie werden die auf dem Schiffsdeck angebrachten Photovoltaikpanele liefern. Besondere Aufmerksamkeit wird auch der neu zu entwickelnden Bugform gelten, die eine weitgehende Vibrationsfreiheit und eine möglichst große Manövrierfähigkeit sicherstellen soll. Den Leitsatz "Zero Emisson" hat sich auch der halbstaatliche Energiekonzern Enel auf die Fahnen geschrieben, der in dem benachbarten Hydrogen Park von Fusina ein Wasserstoff-Kraftwerk mit einer Kapazität von 16 Megawatt baut.

Koordiniert wird das Projekt von der Fincantieri mit Unterstützung der italienischen Schiffsregisterstelle Rina .

"Bei diesem wichtigen innovativen Vorhaben können wir all das Know-how einbringen, das wir bei technologisch anspruchsvollen Schiffskonstruktionen erworben haben", bestätigt der bei Fincantieri zuständige Forschungsleiter Piercipriano Rollo. Dies gelte auch für den späteren Wissenstransfer auf internationaler Ebene und die Erarbeitung gesetzlicher Umweltstandards. "Die Motorboote in Venedig werden geräusch- und emissionsfrei wie Gondeln durch die Kanäle gleiten", so das von ihm beschriebene Zukunftsbild der "Serenissima".

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