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Sonnenenergie für Brennstoffzellen
Magazin - Energie
Geschrieben von: Inca Vogt   

Zur Wasserstoffgewinnung mithilfe von Sonnenlicht waren bislang Edelmetalle wie Platin als Katalysator und zusätzlich Halbleiter als Antenne für das Sonnenlicht erforderlich. Ein teures Verfahren. Wissenschaftler des Max-Planck-Institut für Kolloid- und Grenzflächenforschung (MPIKG) haben eine Lösung gefunden, die günstiger, effizient und interessant ist. Denn Brennstoffzellen können als Solarenergie-Speicher genutzt werden.

Sonnenenergie - wertvoll für Brennstoffzellen (Foto: pixelio.de, Gerd Altmann)

Die Wissenschaftler des Max-Planck-Institut setzen auf Kohlenstoffnitrid als Photokatalysator, um mithilfe von Sonnenenergie Wasserstoff aus Wasser zu gewinnen. Durch das Polymer wird es erstmals möglich, bei der Reaktion zur Wasserstoffgewinnung auf teure Edelmetalle zu verzichten. Das Material hat aber noch größeres Potenzial. "Kohlenstoffnitrid kann auch die Sauerstoffgewinnung aus Wasser unter sichtbarem Licht katalysieren", meint Xinchen Wang, Leiter der Arbeitsgruppe am MPIKG. 

Kohlenstoffnitrid kennt man bereits seit 1834. Es vereint in den aktuellen Experimenten zwei Aufgaben, für die bislang Platinkatalisatoren und Antenne erforderlich waren. Die Substanz absorbiert Sonnenlicht und setzt dadurch Ladungsträger frei, die dann der Katalysereaktion dienen. Das Material bietet zudem weitere Vorteile. "Das Besondere an Kohlenstoffnitrid ist, dass es in Wasser selbst bei extrem sauren und basischen Bedingungen stabil ist. Außerdem kann es sehr einfach und kostengünstig hergestellt werden", erklärt Wang. Der organische Halbleiter ist auch einfacher zu fertigen als die bislang üblichen anorganischen. Noch ist die Wasserstoff-Ausbeute des neuen Verfahrens gering, doch die Wissenschaftler hoffen durch eine Vergrößerung der aktiven Materialoberfläche mehr Effizienz zu erreichen.

Die effiziente Katalyse von Sauerstoff und Wasserstoff ist von großem Interesse, da Brennstoffzellen als Solarenergie-Speicher genutzt werden können. Im Sommer vergangenen Jahres haben Forscher am Massachusetts Institute of Technology (MIT) einen Durchbruch bei der Sauerstoff-Katalyse erzielt und dabei den Wert von Brennstoffzellen als Solarstrom-Zwischenspeicher erkannt. Allerdings setzt die MIT-Entwicklung auf Katalyse mittels zuvor generiertem Strom, während die aktuelle Arbeit auf eine direkte Photokatalyse setzt. "Es wäre also derzeit schwierig, diese Entwicklungen zusammenzuführen", glaubt Wang.

Aufgrund der aktuellen Ergebnisse, die in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität Tokio und der chinesischen Fuzhou Universität gewonnen wurden, glauben die MPIKG-Forscher allerdings, dass Karbonnitrid auch für die Sauerstoffkatalyse geeignet ist. "Das bietet das Potenzial, Wasser mit einem Katalysator unter sichtbarem Licht vollständig aufzuspalten", sagt Wang. Die Forscher arbeiten nun daran, eine derartige Gewinnung beider Elemente in einem einzigen Karbonnitrid-Aufbau tatsächlich umzusetzen.

Wir bleiben dran und werden berichten, wenn es Neues gibt.

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