top
logo

shoppen 4future

Tipp

Mehr zum Thema

Feed


Äpfel essen. Öl sparen
Magazin - Editorial
Geschrieben von: Inca Vogt   

Copyright: Redaktion 4planet.deMeine kluge Mutter sagte schon immer: "Kind iss mehr Äpfel. Das ist gesund." Wie gesund die leckeren Apfel aus heimischen Gärten sogar für die Ölbillanz sind, ist weniger bekannt. Billanziert in sogenannten grauen Energiekosten. Kosten, die aufgewendet werden, um uns die Grundnahrungsmittel und täglichen Konsumgüter zu bescheren.

Da verbraucht ein Kilo Äpfel aus der Nachbarschaft gerade mal 0,08 Öl, während das Kilo Spargel im Winter auf satte 5,82 Liter Ölverbrauch kommt. 15 mal mehr als in der Spargelsaison. Ähnlich heftig schlägt der Bohnenkonsum im Dezember zu Buche. Wie der Spargel muss das Bohnengemüse derzeit aus Übersee eingeflogen werden. Aber die Ölbillanz unserer Nahrungsmittel ist nicht immer einfach nach der Formel, heimisch = günstiger zu berechnen.

Wie kommen die unterschiedlichen Zahlen zustande? Und welche Nahrungsmittel verbrauchen am wenigsten Kraftstoff? Wir gehen dem Ölaufwand beispielhaft für Schokolade, Wein, Gemüse und Obst auf den Grund.

Versteckte Öle auf unseren Tischen

Im Supermarkt folge ich allzu gerne lockenden Schildern, die Bio versprechen. Und dabei übersehe ich so manche Biofalle, die sich hinter den grauen Herstellungsbillanzen verbirgt. Die leckeren Böhnchen zum Beispiel, die mir das ganze Jahr über zu raunen: "kauf mich".  

Bohnen sind ein Saisongemüse. Während sie im Sommer frisch aus meiner Region kommen, und pro Kilo weniger als 0,2 Liter Öl verbrauchen, bis sie im Supermarkt angeboten werden, sind es im Winter satte 5 LiterÖl pro Kilo. Zu teuer bezahlt.

Äpfel hingegen sind auch zur Winterszeit eine echt gesunde Alternative, auch unter Ölbillanzgesichtspunkten. Unsere Apfelbäume kommen fast ohne Pflege aus. Der Einsatz von Dünger und Pestiziden ist minimal und bei nachgewiesenen Bioprodukten nochmal empfehlenswerter. Einzig die Ernte verbraucht etwas Energie. Etwa 0,08 Liter pro Kilogramm. Und wer Platz im Garten hat, kann auch die noch einsparen und durch Handernte ersetzen.

Tomaten eignen sich gleichfalls perfekt zur Eigenzucht auf geschützten Balkonen oder in einem Winkel des Gärtchens. Im Übrigen gilt auch hier. Tomaten sind ein Sommergemüse. Aufgezogen in Gewächshäuern verbraucht es im Sommer gerade mal die Hälfte der Winterkosten, wenn das Gemüse quer durch Europa gekarrt werden muss. Im Durchschnitt steckt hinter jedem Kilo Tomaten etwa 0,24 Liter Öl. Runder reduzierbar bis auf Null, je nach Anbau. 

Vollmilch gibt es leider auch nicht direkt vom Bauern. Aber selbst wenn, würde schon das Melken der Kühe Energie verbrauchen. Rechnet man Verpackung, Sterilisation, den Transport im Kühllaster bis hin zum Frischehalten im eigenen Kühlschrank zusammen, kommen etwa 0,36 Liter Öl auf das Kilogramm Milch.

Butter ist ein Milcherzeugnis. Pro Kilogramm Butter werden 22 Liter Milch verarbeitet. 80 % des Energiebedarfs von einem Kilogramm Butter, das mit 3,08 Liter Öl recht teuer ist, entfallen alleine auf die Herstellungskosten. Weitere Energiekosten fallen durch die Kühlkette von der Molkerei bis zum Verbraucher an.

Schokolade hat ja vor allem im Winter Saison, wenn die Naschsucht am größten ist. Energiebillanzierend dürfen wir unseren Verbrauch aber getrost auf das ganze Jahr ausdehnen. Ob Sommer oder Winter, bei Schokonaschalarm verbrauchen wir 1,17 Liter Öl pro Kilogramm Schokolade. Dabei entfallen 76% auf die Herstellung. Übrigens kommen Naschkatzen meist in Scharen. Alleine im Jahr 2007 hat jeder Deutsche im Schnitt 9,4 Kilo genascht. Das sind 11 Liter Öl pro Kopf.

Wein kostet auch bei heimischem Anbau Energie. Zwei Drittel des Energiebedarfs von 0,91 Litern Öl pro Liter Wein entfallen alleine auf Anbau, Pflege, Düngung und Ernte. Ein Drittel fällt an für die Verarbeitung. Bei Bioweinen fällt die Billanz u. Umständen um einiges günstiger aus.

Abwarten und Kaffee trinken, ob sich hier noch Einsparpotentiale ergeben, kostet übrigens auch schon wieder Öl.

Pro Tasse Kaffee verbrauchen wir etwa 0,49 Liter Öl. Angesichts meiner Jumbotassen sieht die Billanz noch schlechter aus. Dabei ist der Energieverbrauch durch den Transport fast vernachlässigbar. Immerhin kommt das schwarze Muntermachgold via Schiff zu uns. Energieaufwändig ist das Aufbrühen des Kaffees. Und da lohnt es sich schon wieder auf die Stromverbrauchskosten zu achten. Also immer schön den leuchtenden Knopf ausmachen, der Kaffeebereitschaft signalisiert. Spätestens wenn der Kaffee ausgetrunken ist.

Graue Energie

Als graue Energie oder kumulierter Energieaufwand wird die Energiemenge bezeichnet, die für Herstellung, Transport, Lagerung, Verkauf und Entsorgung eines Produktes verbraucht wird. Berücksichtigt werden auch Vorprodukte bis zur Rohstoffgewinnung. Hinzu kommt der Energieeinsatz aller angewandten Produktionsprozesse. Graue Energie bezeichnet demnach den indirekte Energieverbrauch durch Kauf eines Konsumgutes, im Gegensatz zum direkten Energieverbrauch bei dessen Benutzung. Letztere haben wir der Einfachheit bei den Beispielen bereits mit eingerechnet. Äpfel sind so besehen im rohen Zustand verzehrt, nicht nur extrem gesund, sie kosten auch keinen Tropfen Öl zusätzlich. Vorausgesetzt wir verarbeiten die Äpfel nicht zu Mus, Apfelstrudel oder Bratäpfeln:-) 

Um den Kreis herum denken:-) führt zum Erfolg

Oder wie es im Tao heißt: "Erfolg geht geradeaus - um den Kreis herum". Die Übersetzung für alle, die nicht um die Ecken und Rundungen denken. Klima schützen und Zukunft sichern funktioniert nur, wenn wir auch beim täglichen Verzehr und Konsum vom Anbau bis zu Transportaufwand und allem Drumherum Nötigen denken. Dass wir dabei sogar den Ölbedarf senken helfen, übersieht man hingegen leicht, wenn man nur geadeaus sehen kann. 

Comments

Name *
Email (For verification & Replies)
Code   
ChronoComments by Joomla Professional Solutions
Submit Comment
 

shoppen 4future

Werbung

Hier könnte Ihr "Lifestyle 4Future" Angebot stehen
Konditionen und Möglichkeiten bitte bei der Redaktion erfragen.

bottom