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Spritfresser, nein danke
Magazin - Fahrzeuge
Geschrieben von: Inca Vogt   

In der Diskussion um die drohende Absatzkrise der weltweiten Automobilwirtschaft will man aktuell finanzielle Anreize für energiesparende Neufahrzeuge geben. "Rabatte" für Monsterautos, so der Auto Club Europa (ACE) http://www.ace-online.de seien der falsche Weg. Saubere Neuwagen im Normal- bis Sparformat hingegen empfehlenswert. 

"Wer hätte noch vor Jahren gedacht, dass General Motors einmal ernsthaft über den Verkauf der prestigeträchtigen Geländewagenmarke Hummer nachdenkt. Schließlich war der Hummer bis dato die Inkarnation der amerikanischen Freiheit auf vier Rädern", erläutert ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner die Situation. Laut dem Insider hätten die Amerikaner wegen des hohen Kraftstoffverbrauchs und der hohen Ölpreise Spritfressern erstmals eine Absage erteilt. 

Die Forderung des ACE nach einer CO2-basierten Kfz-Steuer sowie eines neuen Klimapasses kommt nicht von ungefähr. Aufgrund der sinkenden Nachfrage nach Neufahrzeugen mussten bereits zahlreiche europäische Automobilbauer wie BMW, Opel oder Daimler ihre Produktion drosseln. Aber auch die Zulieferer Bosch, Continental und Schaeffler sind inzwischen dazu übergegangen, die Herstellung von Auto-Teilen und -Komponenten in bestimmten Bereichen einzustellen. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, wurden bei General Motors allein im dritten Quartal weltweit um elf Prozent weniger Autos verkauft. Damit muss der Konzern bereits den dritten Quartalsverlust in Folge verkraften. Vor allem in Nordamerika wenden sich immer mehr Kunden vom traditionellen Umsatzsegment von General Motors, den Pick Up Trucks, ab und bevorzugen eher sparsame Kleinwagen.

"Angesichts der weltweit dramatischen Absatzsituation brauchen wir jetzt wirksame Impulse für Verbraucher, um deren Nachfrage zu stärken. Zudem sollte der alte PKW-Bestand so rasch wie möglich durch moderne Fahrzeuge ersetzt werden", verdeutlicht Hillgärtner im Gespräch mit pressetext. Der Automobilmarktexperte verweist zudem darauf, dass "die starken Autos der Zukunft schick in der Form, aber schwach im Verbrauch sein müssen". Andernfalls werde der Klimawandel durch spritfressende Wagen weiter angeheizt und die Autoindustrie keinen Ausweg aus der Krise finden. Die Sorgen um eine Verschlechterung der aktuellen Lage sind nachvollziehbar. "Gibt es kein Kreditprogramm der Regierung für die Autozulieferer, gehen in den nächsten zwei Jahren bis zu 20 Prozent der Autozulieferer in Konkurs", zitiert die Welt den Automobilmarktinsider Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen.

Laut den Schätzungen Dudenhöffers wären durch nicht eingeleitete Hilfsmaßnahmen bis zu 50.000 Arbeitsplätze gefährdet. Hillgärtner nimmt diese dramatische Situation im Gespräch mit pressetext jedoch auch zum Anlass, auf die Unterstützung potenzieller Neukäufer hinzuweisen: "Es lohnt sich, ein Programm für zinsgünstige Kredite zum Erwerb emissionsärmerer Autos aufzulegen. Dies macht jedoch nur dann Sinn, wenn parallel dazu die Automobilhersteller und Zulieferer innovativ an der Entwicklung sparsamerer Autos mitwirken. Erst wenn diese ihre Antwort auf den Klimawandel geben, können sie langfristig wettbewerbsfähig bleiben." Hillgärtner rät Neu- oder Gebrauchtwagenkäufern, ihren Blick bevorzugt auf effiziente Autos zu richten. Das hieße, sich auf Wagen mit einer guten Energiebilanz zu konzentrieren. Vom Vorschlag einer direkten Subventionierung der Autoindustrie wie derzeit in den USA diskutiert, hält Hillgärtner hingegen nichts.

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