| Flüssigholz im Autobau |
| Magazin - Fahrzeuge | |||
| Geschrieben von: Inca Vogt | |||
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Die Verwendung nachwachsender Rohstoffe ist das derzeitige Credo aller, die sich den Umweltschutz aufs Marketingfähnchen schreiben. Ein Verkaufsargument, ein Preisargument und ein Argument, das sich prima für eine Pressemeldung eignet. Und hin und wieder ist es auch ein Argument, das selbst uns so einleuchtet, dass wir auch Produktnamen mit veröffentlichen, wie im Falle von Ford, die aktuell Flüssigholz im Fahrzeugbau anwenden wollen. Nachhaltiges Material fürs Auto: Flüssigholz Das Ford Forschungszentrum Aachen untersucht eine neue Aufbereitungstechnik für einen Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff, einem Flüssigholz. Diese Entwicklung geschieht innerhalb eines Projekts, das mit einer Laufzeit von drei Jahren im Rahmen des Technologie- und Innovationsprogramms NRW im Mai 2009 gestartet wurde. Die zur Herstellung von Flüssigholz genutzte neue Aufbereitungstechnik leitet sich aus den herkömmlichen Produktionsverfahren der Kautschukindustrie ab. Dabei kommt ein sogenannter Innenmischer zum Einsatz, der dafür sorgt, dass die Holzfasern komplett vom Kunststoff ummantelt werden. Dies verhindert die Wasseraufnahme und erhöht somit signifikant die Dauerhaltbarkeit. Zudem arbeitet der Innenmischer ökologischer, da er unvorbehandeltes Holz und sogar Holzabfälle verwerten kann. Ein weiterer Vorteil: Das neue Verfahren versiegelt die Holzfasern deutlich besser und dämmt somit die Geruchsbelästigung weitgehend ein. Dadurch eignet sich der Werkstoff auch zu Anwendungen im Innenraum wie zum Beispiel für Verkleidungsteile. Darüber hinaus könnten künftig auch Komponenten im Motorraum aus Flüssigholz hergestellt werden wie beispielsweise der Batterieträger. Bisherige Untersuchungen haben ergeben, dass Flüssigholz eine exzellente Recyclingfähigkeit aufweist und bis zu fünf Mal wiederverarbeitet werden kann. Die Gesamt-CO2-Bilanz des Verbundwerkstoffs ist nahezu neutral. Bisher kam Flüssigholz wegen seiner Zähflüssigkeit und damit einhergehenden schweren Formbarkeit lediglich bei hochwertigen Terrassenbelägen zum Einsatz. Denn aufgrund dieser Zähflüssigkeit, die auf seinem hohen Holzanteil (zwischen 60 und 80 Prozent) beruht, war Flüssigholz mit den herkömmlichen Aufbereitungstechniken für das Spritzgießverfahren ungeeignet. Dieses Spritzgießverfahren wiederum, mit dem nahezu sämtliche Kunststoffteile in Großserie gefertigt werden, ist der einzig wirtschaftliche Prozess bei der Massenproduktion. Die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen ist ein wichtiger Aspekt in der Umweltstrategie von Ford. Bei der Entwicklung neuer Modelle ist es Ziel, den Anteil an umweltverträglichen Naturmaterialien weiter zu erhöhen. Derzeitig bestehen in den europäischen Fahrzeugmodellen schon an die 290 Bauteile aus erneuerbaren, nachwachsenden Rohstoffen, wie aus Baumwolle, Holz, Flachs, Hanf, Jute und Naturkautschuk.
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